Kurzweilig und hochmusikalisch: Die Jahreshauptversammlung Theaterförderverein Hagen ging in bester Stimmung über die Bühne des LUTZ

Wenn der Theaterförderverein Hagen e.V. zu seiner Jahreshauptversammlung lädt, sind Kulturleckerbissen – und andere kleine Köstlichkeiten – garantiert inbegriffen. Beschwingt heiter eröffnete ein Quartett aus dem Philharmonischen Orchester den Nachmittag des 14. Juni 2026 im LUTZ. Ilzoo Park, Evgeny Selitsky, Oleksii Klefas und Hyejun Byun erfreuten das Publikum mit dem „Scherzo“ aus dem Streichquartett Op. 44, Nr. 2 in e-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Als Vorstandsvorsitzender begrüßte Dr. Jürgen Bild Gäste und Mitglieder des Fördervereins und bedankte sich für deren Treue und die große finanzielle und ideelle Unterstützung im Berichtsjahr 2025. Die Grüße der Stadt Hagen und des Oberbürgermeisters überbrachte Martina Soddemann, die in ihrer Funktion als Kulturdezernentin das Theater Hagen begleitet. Sie zeigte sich erfreut über die gute Publikumsresonanz in der zu Ende gehenden ersten Spielzeit des neuen Intendanten und seiner Mannschaft.
Søren Schuhmacher betonte dann seinerseits die große Bedeutung der Fördervereine für das Theater Hagen. „Wir und unser Wollen für die Stadt und die Region wären alle nichts, wenn wir nicht die starken Förderer hinter uns hätten“, sagte der Intendant und unterstrich die „erstaunlich große Zahl von Abonnenten, die uns den Rücken stärken.“
Ausdrücklich dankte Schuhmacher für die ideelle und materielle Unterstützung des Theaters – auch der privaten Sponsoren. Diese habe erlaubt, etwa für das Theater OPUS einen neuen Flügel zu erwerben, denn„der alte war sehr, sehr alt und hat sich ständig selbst verstimmt.“ Auch die Übertitelanlage erwähnte der Intendant, die besonders für eine Kunstform nicht unerheblich sei, die sehr gerne in fremden Sprachen operiert. “Wir wissen das sehr zu schätzen. Wir brauchen Sie dringlich und freuen uns, dass wir mit so viel Back up durch diese anspruchsvollen Zeiten gehen.“
Dass der Intendant in der ersten Spielzeit unter seiner Verantwortung wachsende Zuschauerzahlen vermelden konnte, quittierte das Publikum mit spontanem Applaus. So seien die Besucherzahlen von zwölf auf dreizehn Prozent und die Einnahmen an der Kasse um 25 Prozente gestiegen, was sich an anderen Häusern in der Region so nicht zeige. „Den Menschen in dieser Stadt in all ihrer Diversität eine theatrale Heimat, eine musikalische Heimat und auch den Kindern und Jugendlichen eine Heimat zu bieten – ich glaube, das ist uns in dieser ersten Spielzeit sehr gut gelungen“, sagte Schuhmacher und erhielt dazu deutliche Zustimmung aus den Reihen der Gäste.
Als Intermezzo vor der Hauptversammlung des Vereins gehörte die Bühne der „Fledermaus“ von Johann Strauß: Begleitet von Nikita Sorokin am Klavier erfreuten Melania Kwon (Mezzo) und Nike Tiecke (Sopran) mit den Arien des Orlovsky und der Adele das Publikum.
In seinem Rechenschaftsbericht gab der Vereinsvorsitzende einen Überblick über die Aktivitäten des Fördervereins und nannte neben der Unterstützung des LUTZ und der Schultheatertage die Förderung des Theaterbesuches von Kindern – inzwischen auch im KiTa-Alter – und Jugendlichen mit den Aktionen „Jedes Schüler*in ins Theater“ und „KiTa-Programm. Weiter wurde die Unterstützung der Produktion West Side Story, die Verpflichtung des Pianisten Daniel Frey als Artist in Residence in den Sinfoniekonzerten und der Neujahrsempfang des Fördervereins unterstrichen.
Besondere Erwähnung fand auch das veränderte Format des Theatertreffs, der sich eines wachsenden Interesses erfreut: Die neue Führungsspitze des Theaters und Verantwortungsträger aus anderen Bereichen wie etwa Personalrat und Schneiderei konnten die Gäste des Theatertreffs begeistern. Nicht unerwähnt ließ Dr. Bild die Theaterreisen, die sich großer Beliebtheit erfreuen: Im Berichtsjahr hatte der Förderverein seine Mitglieder und Gäste nach Bonn zur Aufführung des Broadway-Musicals „Hairspray” eingeladen.
Die Modernisierung und Attraktivierung der Kommunikationsmittel waren für den Vorstand und den Beirat im Berichtsjahr ein zentrales Vorhaben: die Überarbeitung der Homepage zugunsten einer größeren Benutzerfreundlichkeit und die Neuauflage des Flyers des Theaterfördervereins. Dass der neue Flyer des Vereins sich ein junges Gesicht gegeben hat, betonte Jürgen Bild und fügte schmunzelnd hinzu, dass das Titelbild „aus der Musical-Produktion ‚Flashdance‘ eine gemischte Resonanz ausgelöst hat, weil es einigen Mitgliedern zu modern, zu offen erschienen“ sei. Der Vorsitzende betonte aber, dass Musicals Teil der Theaterwelt und es stete Pflichtaufgabe des Fördervereins sei, seine Mitgliederschaft „nach unten zu vergrößern“.
Nach dem Bericht des Kassenprüfers Johann Dieckman, der zusammen mit Christiane Bergfelder am 8. Juni 2026 die Einnahmen und Ausgaben eingehend geprüft und Ordnungsmäßigkeit festgestellt hatte, wurde der bisherige Vorstand, bestehend aus Jürgen Bild und Michael König, Frank Moll und Annette König einstimmig entlastet.
In seiner ihm eigenen humorvollen, aber überaus ernsten Art gab der für die Finanzen im Vorstand zuständige Frank Moll einen Überblick über die aktuelle Finanzlage des Vereins und skizzierte die finanzielle Förderung diverser Produktionen des Theaters. An erster Stelle nannte der Schatzmeister die Unterstützung des Kinder- und Jugendtheaters, das dem Förderverein besonders am Herzen liege, so Moll. Neben der finanziellen Unterstützung einzelner Produktionen hatte das Philharmonische Orchester Hagen Mittel zur Beschaffung von Instrumenten erhalten.
Das Beiratsmitglied Dr. Ortwin Peithmann leitete sodann die Wahl des neuen Vorstands des Theaterfördervereins und sorgte mit seiner “neuen Methode“ für einen humorvollen Abschluss der Veranstaltung. Um die Wahl der Kandidaten ordnungsgemäß durchführen zu können, forderte Dr. Peithmann diese auf, sich zur Rückwand des Theaters und damit dem Publikum den Rücken zuzudrehen.
Darauf folgte die einstimmige Wahl per Akklamation des neuen Vorstands mit Dr. Jürgen Bild als Vorsitzendem, Margarita Kaufmann als seine Stellvertreterin, Frank Moll als Schatzmeister und Knut Fessen als Schriftführer. Gemeinsam mit dem Beirat, bestehend aus Ursula Gerber, Brigitte Krammps, Dr. Klaus Fehske, Prof. Ortwin Peithmann und Nikolaus Topp, wird der frisch gekürte Vorstand nun die Arbeit des Theaterfördervereins fortsetzen.
Für den Theaterförderverein
Margarita Kaufmann






