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Veröffentlicht Februar 2025 - Margarita Kaufmann

Neujahrsempfang 2025 – Theaterförderverein Hagen

Volles Haus im LUTZ zum Jahresauftakt

Das hat es lange nicht gegeben: Bis auf den letzten Platz war es besetzt, das Lutz am dritten Sonntag im Januar, als Dr. Jürgen Bild die Gäste des Neujahrsempfang 2025 begrüßte. Weder die relativ frühe Stunde noch das eher unfreundliche Wetter konnte die Freunde des Theaters Hagen davon abhalten, der Einladung des Theaterfördervereins zu folgen.

Oberbürgermeister Erik O. Schulz betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Theaters und das Engagement seines Fördervereins für die Stadtgesellschaft

Groß war denn auch die Freude des Vorsitzenden, Dr. Jürgen Bild, als er neben dem Oberbürgermeister und vielen Vertretern aus Politik und Stadtgesellschaft vor allem die Mitglieder des Vereins begrüßen und ihnen die Glückwünsche zum noch jungen Neuen Jahr ausdrücken konnte.

Das Theater braucht Sie

Im Mittelpunkt des Empfangs standen aber an dem Vormittag nicht die Reden, sondern das Theater und seine Akteure: Zuerst der zum Ende der Spielzeit ausscheidende Intendant Francis Hüsers, der sich in seinem Grußwort – sein letztes in seiner Zeit als Intendant, wie er mit Wehmut betonte – nicht nur bei den Förderern des Theaters bedankte, sondern vor allem bei den Mitarbeitern des Theaters, mit denen er in den vergangenen acht Jahren viele erfolgreiche Produktionen auf die Bühne gebracht hat. „Ich werde die Arbeit in Hagen, das Theater und Sie alle, die Sie das engste soziale Umfeld des Theaters bilden, doch vermissen.“

Intendant Francis Hüsers dankte dem Theaterförderverein für seine Unterstützung des Theaters Hagen und sein großes Engagement

Das Engagement des Fördervereins, die finanzielle Unterstützung und der persönliche Rückhalt für das Theater seien für die Theaterarbeit unverzichtbar. „Das Theater braucht Sie. Und so sagt das Theater Danke! Danke, dass es Sie gibt, dass Sie sich für uns interessieren, Sie sich kümmern, unsere Sorgen teilen“ sagte Hüsers unter dem Applaus der Gäste.

Mit seinem Ausblick auf die zweite Hälfte seiner letzten Spielzeit lud er das Publikum ein, die kommenden Neuinszenierungen und Vorstellungen von Opern, Schauspiel und Ballett in der laufenden Spielzeit im Großen Haus zu besuchen.

Richard van Gemert als Überraschungsgast

Der Auftritt des frisch gekürten Kammersängers Richard van Gemert war für die Gäste des Neujahrsempfang eine willkommene Überraschung. Eigentlich hätte der Träger des dies-jährigen Förderpreises des Vereins, Anton Kuzenok, mit seinem Lyrischen Tenor das Lutz erfüllen sollen, aber er musste seine Stimme schonen. So konnte der beliebte und vielseitige Sänger, Richard van Gemert, seinen Sangeskollegen auf ganz eigene, humorvolle Weise vorstellen: Dieser habe ihn in einer Stunde der Not vor einer Premiere mit einer persönlichen Anleitung zum tiefen Atmen von seiner Nervosität erlöst, erzählte er und gab dem Publikum mit seinem Gesangsbeitrag noch so manchen Anlass zum Schmunzeln.

Der frisch gekürte Kammersänger des Theaters Hagen erfreute die Gäste des Neujahrsempfangs mit einer humorvollen Vorstellung

Förderpreis für Anton Kuzenok

Anton Kuzenok, den Vorstandsmitglied Michael König in einem Interview vorstellte, begeisterte durch seine offene, herzliche Art und freute sich darüber, dass „ich euch durch meinen Gesang und durch meine Kunst glücklich machen kann“. Ein besonders schöner, weil künstlerischer Beruf sei der des Sängers, konstatierte König, aber gleichzeitig auch ein sehr fordernder, der sängerisch wie schauspielerisch manches abverlange.

Förderpreisträger Anton Kuzenok im Gespräch mit dem stellv. Vorsitzenden Michael König

„Was gibt Ihnen neue Kraft, dass Sie Abend für Abend wieder auf der Bühne stehen können?“, so König. Der Tenor sei eine „individuelle Person, weil der braucht so viele Sachen, die braucht ein normaler Mensch nicht“, antwortete Kuzenok zur Freude der Zuhörer.

Und dann verblüffte der in Russland geborene Künstler die Zuhörer: Man dürfe nichts Scharfes essen, kein Mineralwasser vor den Aufführungen trinken, betonte er mit einem Schmunzeln die einschränkenden Seiten seines Künstlerdaseins. Tenor sei eine wunderschöne Stimme, mit der man jedes Herz berühren könne. Dass jeder Anspannung und Anstrengung dann am Ende der Vorstellung durch den Applaus des Publikums dann Erleichterung folge, sei wunderbar.

Und so dankte das geladene Hagener Publikum an diesem Sonntagmorgen dem jungen Sänger für seine Offenheit und Herzlichkeit mit freudigem Applaus, während Jürgen Bild ihm den Förderpreis des Vereins übergab.

Der Vorsitzende des Theaterfördervereins, Dr. Jürgen Bild, und sein Stellvertreter, Michael König, übergeben dem Tenor Anton Kuzenok die Auszeichnung mit dem Förderpreis 2025

Søren Schuhmacher stellt sich vor

Ein neues Gesicht war an diesem Vormittag erstmalig auf der Bühne des LUTZ Hagen zu sehen: Søren Schuhmacher. Ab der neuen Spielzeit 2025/2026 wird er als Intendant dem Theater Hagen vorstehen. Im Gespräch mit dem Beiratsmitglied des Theaterfördervereins, Margarita Kaufmann, stellte sich der gebürtige Hamburger vor und lobte die hohe künstlerische Qualität des Theaters Hagen, das er schon in seiner Studienzeit in Köln kennenlernen konnte.

Die Experimentierfreude verbunden mit Zugewandtheit zum Publikum zeichne das Portfolio des Theaters Hagen aus und mache es zu einer spannenden Aufgabe. „Ich kann nur froh und dankbar sein, an diesem Punkt das Haus übernehmen zu dürfen. Und ich tue das mit großer Freude und großer Leidenschaft.“ „Ich mag das Haus“, hatte Søren Schuhmacher in einem Vorgespräch bekannt und davon berichtet, dass er bereits mehr als ein Dutzend Vorstellungen in Hagen gesehen hat.

Bis Ende 2024 war Schuhmacher Operndirektor und stellvertretender Intendant des Theaters Darmstadt, wo er seit 2019 mit seiner Familie wohnt. Für den Neustart in Hagen im Juli ist indessen vieles schon vorbereitet: Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen, neun und zwölf Jahre alt, wird er im oberen Wehringhausen ein neues Zuhause beziehen, um sich so intensiv auf das Theater Hagen und die neue Aufgabe konzentrieren zu können.

Er konnte die Gäste des Neujahrsempfang überzeugen: der neue Intendant Søren Schuhmacher im Gespräch

Dass sich der gelernte Hornist mit Magister in Musikwissenschaft, Philosophie und Jura bereits auf seinen neuen Wirkungsort eingelassen und Netzwerke zu knüpfen begonnen hat, erfreute das Publikum, das seine Zustimmung mehrfach mit anhaltendem Applaus zum Ausdruck brachte. Und dass sich der neue Mann an der Spitze darauf freut, seine vielfältigen Erfahrungen nun als Intendant einbringen zu können, war Schuhmacher durchaus anzumerken.

Fazit: Der Neujahrsempfang des Theaterfördervereins bot Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dass das Theater Hagen ab Sommer 2025 bei ihm in guten Händen sein wird.

Søren Schuhmacher im Gespräch mit Margarita Kaufmann, Mitglied des Beirats des Theaterfördervereins

Ein Hauptgewinn für Hagen: Jedes Kind ins Theater Hagen

Weil sie ein unverzichtbarer Teil der Arbeit des Theaterfördervereins ist, wurde zum Ab schluss des Empfangs die Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters, Anja Schöne, auf die Bühne gebeten. Der Vereinsvorsitzende, Dr. Jürgen Bild, betonte denn auch die wichtige Förderung des Theaterbesuches von Schul- und inzwischen auch Kindergartenkindern im Rahmen des Programmes „Jedes Kind ins Theater Hagen“. Es sei ein absoluter Hauptgewinn für die Kinder dieser Stadt, sagte die erfahrene Theatermacherin und betonte, dass dies in einer Stadt mit hoher Kinderarmut, oft nicht vorhandenem Bezug zur deutschen Kultur unverzichtbar sei.

Spende für das LUTZ

Die Familienvorstellungen, die am Sonntag im LUTZ stattfinden, mit Kindern ab drei und vier Jahren fänden am meisten Zuspruch, betont Anja Schöne. „Auch den Allerjüngsten, also ab zwei Jahren, wollte ich den Theaterbesuch ermöglichen.“ Anfangs sei es sehr schwierig gewesen, die Vorstellungen unter der Woche zu bewerben, weil die Kinder ja auch transportiert werden müssten und vieles mehr. „Aber was soll ich sagen? Am Donnerstag waren bis zu hundert Kita-Kinder im LUTZ“, freute sich die Leiterin und nahm den dankbaren Applaus des Publikums entgegen.

Dass sich die Gäste des Neujahrsempfangs mit einer großzügigen Spende von fast tausend Euro für ihre weitere Arbeit bei der Leiterin des LUTZ bedankten, war ein deutliches Zeichen für die Verbundenheit der Bürger dieser Stadt auch mit dieser Sparte des traditionsreichen Hauses.

M. Kaufmann
Hagen, im Januar 2025

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