Neujahrsempfang Theaterförderverein am Sonntag, 25. Januar 2026, im LUTZ

Volles Haus und begeisterte Theaterfreunde
Über ein volles Haus durfte sich der Förderverein des Hagener Theaters an seinem Neujahrsempfang freuen, der auch im Jahr 2026 im Kinder- und Jugendtheater LUTZ stattfand.
Mit einem attraktiven Programm aus drei Sparten des Theaters hatte der Vorstand des Vereins, Dr. Jürgen Bild, zum Jahresauftakt geladen – und die große Resonanz wurde denn auch zur positiven Grundstimmung der Veranstaltung.
Mit strahlenden Klängen eröffnete das Bläserquintett des Philharmonischen Orchesters den Empfang und durfte sich über den begeisterten Applaus des Publikums freuen. Aber nicht nur die Musik förderte die heitere Stimmung im bis auf den letzten Platz besetzten LUTZ: Jürgen Bild, Oberbürgermeister Denis Rehbein und Intendant Søren Schuhmacher waren sich darin einig, dass für das Hagener Theater trotz Budgetkürzungen eine gute Zeit begonnen habe, denn die Aufführungen im Theater und in der Stadthalle lockten immer mehr Zuschauer ins traditionsreiche Haus. Dennoch wünsche man sich, so der Vorstandsvorsitzende des Vereins, dass die Theaterfreunde selbst aktiv würden, um dem Theater neue Freunde zu gewinnen: „Wenn jeder von Ihnen eine weitere Person ins Theater bringen würde und diese wieder eine weitere Person, dann hätten wir bald wieder ein volles Haus.“
Dass das Theater in der Volme-Stadt kein Elfenbeinturm sein wolle, sondern im Austausch mit der Stadtgesellschaft stehe, betonte Intendant Søren Schuhmacher. Die Öffnung in die Gesellschaft hinein sehe er bereits in dem Willkommenskonzert „Welcome! Hosgeldiniz!“ zum Auftakt verwirklicht, in dem die anatolische Sängerin Begüm Tüzemen und die Hagenerin Vanessa Henning gemeinsam auftraten. Und mit Blick in die Zukunft erwähnte der Chef des Hauses einen vom Land NRW geförderten Kompositionsauftrag, der in der Spielzeit 2027/28 eine Jugendoper auf die Hagener Bühne bringen werde. Auch mit beschränkten Mitteln könne großes Theater gestaltet werden, aber ohne die Unterstützung der Fördervereine wäre dieses Programm nicht zu schaffen.
Ausdrücklich bedankte sich der neue Intendant bei der Bürgerstiftung, die die Aufführung der Rameau-Oper „Platée“ unterstützt hat; auch dem Theaterförderverein, der derzeit die Realisierung der „West Side Story“ wie auch den Solisten David Frey im nächsten Sinfoniekonzert finanziell fördert, sprach er seine Dankbarkeit aus. Auch den Ballettfreunden e.V. Hagen zollte Schuhmacher Anerkennung, sei es doch durch ihre Unterstützung möglich, die Anzahl der Balletttänzer im Hagener Ensemble auf zwölf zu erhöhen.
Zur Freude der Zuschauer hatte erstmalig auch das Kinder- und Jugendtheater unter Anja Schöne einen Auftritt im Rahmen des Neujahrsempfangs mit einem kleinen Ausschnitt aus der Produktion „Pardauz“. Sie dürften alle im Saal bleiben, betonte die Leiterin des LUTZ. Schließlich sei der „TanzObjektTheaterSpaß für Menschen ab drei Jahren“.
Thomas Mehnert, seines Zeichens hochmusikalischer Betriebsdirektor stellte sich den Fragen von Margarita Kaufmann, Mitglied des Beirates des TFV. Mit großem Interesse verfolgte das Publikum die künstlerische Vorgeschichte des neuen Zweiten Manns im Theater Hagen. Von seiner Aufnahme in den Dresdner Kreuzchor erzählte Mehnert und von seinem Operndebut: Im zarten Alter von acht Jahren hatte er als „Zweiter Knabe“ in Mozarts „Zauberflöte“ unter dem berühmten Regisseur Harry Kupfer seinen ersten Auftritt.
Dass er dann in München Gesang studierte und nebenbei als Sänger im Münchner Rundfunkchor nicht nur gutes Geld verdiente, interessante Gastspiele mitmachte, sondern auch wichtige Menschen in der Opern- und Konzertwelt kennenlernte, erzählte Thomas Mehnert mit spürbarer Freude. Seine ersten Engagements führten ihn unter anderem nach Wiesbaden, Dortmund und schließlich Darmstadt, wo er Søren Schuhmacher kennenlernte und schließlich in die Produktionsleitung der dortigen Oper wechselte.
Dass dieser ihn dann zur neuen Spielzeit als Betriebsdirektor nach Hagen holte, ist sicher auch aus Sicht des Publikums ein Gewinn. Wie sehr ihn das hohe Niveau aller Sparten des Hagener Theaters beeindrucke und begeistere, machte Mehnert deutlich und begeisterte seinerseits die Besucher des Neujahrsempfangs mit seinem aufrichtigen Lob des Bürgertheaters der Stadt. Er könne zukünftig ja auch im Marketingbereich zum Beispiel als Citymanager aktiv werden, schlug ihm die Interviewerin nicht ganz ernst gemeint vor und bezog sich damit ausdrücklich auf Oberbürgermeister Rehbein, für den das Drei-Sparten-Haus eine wichtige Rolle in der Stadtgesellschaft spielt und der sich mehr positive Nachrichten für seine Stadt wünscht.
Weil Thomas Mehnert noch viel zu erzählen gehabt hätte – seine vierzehn-bändige Autobiographie, an der er derzeit arbeite, sei dafür Beweis, warf er schmunzelnd ein -, nahm ihm Margarita Kaufmann die Zusage ab, bald im Theatertreff aufzutreten, den Brigitte Kramps im Auftrag des Theaterfördervereins regelmäßig im Theatercafé organisiert.
Bevor der Vorstand des TFV die Besucher zum kleinen Buffet im Foyer einlud, konnten sie noch die Wotan-Interpretation des Baritons Insu Hwang genießen, den Steffen Müller-Gabriel am Klavier bei dem Ausschnitt aus Wagners „Das Rheingold“ begleitete.
Margarita Kaufmann






